Not macht erfinderisch,

mit dieser Erkenntnis hat alles angefangen. Und mit einer nahezu hoffnungslosen Situation für die Belegschaft von Rainers European Restaurant in Tbilissi samt Hotel Kartli. Durch die Corona-Krise und die damit verbundene Schließung von Hotel und Restaurant drohte knapp zwei Dutzend Menschen, die teilweise seit zehn oder gar 20 Jahren hier Arbeit und Brot fanden, die Entlassung. Und was das in Georgien bedeutet, muss wohl kaum erklärt werden, Arbeitslosigkeit ist meist gleichbedeutend mit dem Absturz in die Armut. Denn Georgien kennt kaum ein System sozialer Absicherung. Wem die Familie dann nicht helfen kann, dem droht der Hunger.

Auf der anderen Seite gibt es viele bedürftige Menschen, teilweise in bitterer Armut lebend, die jetzt nicht einmal mehr zu den täglichen Suppenküchen gefahren werden können. Oder behinderte Kinder und Jugendliche, viele von ihnen aus ärmlichen Verhältnissen kommend, deren Spezial-Schule jetzt erst einmal schließen musste. Auch sie bekommen jetzt keine tägliche Mahlzeit mehr.

Was lag also näher, als beide Probleme zu einer gemeinsamen Lösung zu führen? Und dies mit einer eigentlich recht einfachen Idee: Die Belegschaft von Rainers European Restaurant garantiert während der Corona-Krise jeweils  die tägliche Lieferung eines warmen Essens an Bedürftige und Arme. Wir haben eigens hierfür eine gemeinnützige Stiftung gegründet:

Wir.
Helfen.
Georgien.

Die Adressen der Bedürftigen stellen uns zwei Partner-Organisationen zusammen:

  • die Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien (ELKG)
  • die Heil-Pädagogische Michaelschule in Tbilissi und deren deutsche Partner-Organisation, der Solinger „Verein zur Förderung der Behindertenhilfe in Georgien“

In Deutschland hat sich die Evangelische Kirchengemeinde Eppelheim dankenswerterweise bereit erklärt, die Spenden einzusammeln und nach Georgien zu überweisen. Damit können wir allen Spendern auch eine Spendenquittung ausstellen. Die Evangelische Kirchengemeinde Eppelheim unterstützt seit einigen Jahren die ELKG in ihrer Sozialarbeit und hat bereits mehrere Gemeinde-Reisen nach Georgien organisiert. Verantwortlich für diese deutsch-georgische Kooperation ist Kirchengemeinderat Martin Gramm, der auch im Gemeinderat der Stadt Eppelheim sitzt.

Die Stiftung wird derzeit von den beiden georgischen Managerinnen unserer Firmengruppe, Natia Kodiashvili und Salome Gugunishvili, geführt, und zwar treuhänderisch. Sobald es wieder möglich ist, nach Georgien zu reisen, werden wir die Stiftung auch mit deutschen Mitgliedern besetzen, mit Martin Gramm und Rainer Kaufmann.

Für die Finanzierung konnten wir in relativ kurzer Zeit eine beachtliche Zahl von Freunden Georgiens vor allem in Deutschland finden, die bereit sind, für drei Monate jeweils die Patenschaft für ein tägliches Mittagessen zu übernehmen. Die Kosten für ein Essen inklusive Auslieferung pro Tag: € 2,50. Das sind – je nach Wechselkurs, der derzeit recht labil ist – rund acht Lari. Pro Monat sind das € 75,–.

Zusammen mit drei Großspenden, die wir zusätzlich erhielten, können wir jetzt ab April täglich zwischen 50 und 60 Essen zubereiten und ausliefern. Sollten sich weitere Sponsoren anschließen, können wir diese Zahl jederzeit erhöhen. Bedürftige gibt es genug.

Auf dieser Webseite finden Sie alle wichtigen Informationen zu unserem aktuellen Projekt, mit dem wir versuchen, denen, die es am nötigsten haben in diesen Tagen, wenigstens ein klein wenig zu helfen. Wir haben in den ersten Tagen im April schon überwältigende Beweise der Dankbarkeit erhalten, die wir hiermit gerne an unsere Sponsoren weitergeben.

Zurück zum Ausgangspunkt, dem Erhalt der Arbeitsplätze in unserem Restaurant. Wir können unseren Unterstützern jetzt schon versichern, dass auch unsere Belegschaft nicht vergessen wird, wem sie die Sicherung ihrer Arbeitsplätze verdankt.

Wir werden deshalb diese Stiftung auch nach Beendigung der Corona-Restriktionen weiter führen und arbeiten jetzt schon an entsprechenden langfristigen Konzeptionen. So werden wir spätestens ab dem Jahr 2021 für jeden über uns gebuchten Touristentag in Georgien den Betrag von € 2,50 an die Stiftung überweisen, also den Gegenwert für ein Tagesessen.

Wir freuen uns, dass wir jetzt, da die Existenz unserer Betriebe in Georgien mehr als nur gefährdet war, auf diesem Wege weiter arbeiten und uns mit unserer Belegschaft auf die Zeit vorbereiten können, wenn sich Tourismus, Hotellerie und Gastronomie wieder normal entwickeln werden. Damit wir auch dann wieder für unsere vielen Gäste und Freunde aus Deutschland und vielen Ländern der Welt da sind.

Nebenbei: In diesem Jahr ist es genau 30 Jahre her, dass wir zum ersten Mal Georgien besucht haben. Seither ist uns das Land mehr als nur ans Herz gewachsen. Und seither haben wir in dieses Land und seine Menschen, die mit uns arbeiten, einiges an Geld und noch viel mehr an Zeit und Engagement investiert. Dass dies jetzt nicht jäh abgebrochen werden muss, dafür bedanken wir uns persönlich bei allen, die es ermöglicht haben, dass unsere Stiftung jetzt so schnell mit ihrer Arbeit beginnen konnte.

Gabi Kaufmann       Rainer Kaufmann

ERKA-Reisen GmbH       Hotel Kartli      Rainers European Restaurant